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EllwangenHöhe: 440m ü. NN Fläche: 127,5 km² Einwohner: 24.891 Bevölkerungsdichte: 195 Einwohner pro km² Ellwangen ist eine Stadt im Osten Baden-Württembergs nahe der Grenze zu Bayern, etwa 17 Kilometer nördlich von Aalen. Sie ist mit rund 25.000 Einwohner nach Aalen und Schwäbisch Gmünd die drittgrößte Stadt des Ostalbkreises. Ellwangen bildet ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Seit dem 1. Februar 1972 ist Ellwangen(Jagst) Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Adelmannsfelden, Ellenberg, Jagstzell, Neuler, Rainau, Rosenberg und Wört hat die Stadt eine Verwaltungsgemeinschaft vereinbart.
Die Kernstadt von Ellwangen liegt am Oberlauf des Flusses Jagst. Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 12.743 Hektar und umfasst den südöstlichen Rand der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge, der auch Virngrund genannt wird, und Teile des Albvorlands.
Ellwangen unterhält Städtepartnerschaften mit dem französischen Langres (seit 1964) und dem italienischen Abbiategrasso (seit 19919). Diese beiden Städte haben auch untereinander eine Städtepartnerschaft. 1980 übernahm Ellwangen die Partnerschaft für die vertriebenen Deutschen aus der Stadt und dem Kreis Kaplitz.
Bildungseinrichtungen · Kindergärten · In Ellwangen gibt es insgesamt sechs Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft. Dazu kommt noch eine städtische Ganztagesstädte. Mit dem Kinder- und Jugenddorf Marienpflege, Zentrum für Jugendhilfe, und dem Kinderheim Graf befinden sich außerdem zwei Kinderheime. · Grund- und Hauptschulen · Drei Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschulen (Buchenbergschule und Mittelhofschule sowie die Johann-Sebastian-von-Drey-Schule in Röhlingen) decken den Bedarf ab. Dazu kommen fünf selbstständige Grundschulen (Klosterfeldschule in der Kernstadt, die Kastellschule Pfahlheim, die St. Georg-Schule Schrezheim, die Grundschule in Rindelbach und die Grundschule Neunheim.
Realschule Die Stadt ist Träger einer Realschule, der Eugen-Bolz-Realschule. Diese befindet sich im selben Gebäudekomplex wie das Hariolf-Gymnasium. Daneben gibt es in der Kernstadt Ellwangen die private, schulgeldpflichtige Mädchenrealschule St. Gertrudis, die seit über hundert Jahren von Schwestern des Franziskanerordens betrieben wird. 2002 wurde ein Mädchengymnasium angeschlossen.
Gymnasium · Es gibt in Ellwangen vier Gymnasien, von denen zwei in der Trägerschaft der Stadt stehen: das Hariolf-Gymnasium und das Peutinger-Gymnasium. Letzteres kann auf eine 350-jährige Geschichte zurückblicken. Das private Mädchengymnasium St. Gertrudis wird von Schwestern des Franziskanerordens betrieben. · Täglich pendeln viele Schüler aus den benachbarten Bayrischen Landkreisen ein. Im Jahre 2007 neu entstanden ist das Technische Gymnasium in der Trägerschaft des Landkreises. · Berufliche Schulen · Der Ostalbkreis ist Schulträger des Beruflichen Schulzentrums (Gewerbliche, Kaufmännische und Hauswirtschaftliche Schule) unter anderem mit einem Technischen Gymnasium. Dazu kommt das Institut für sozialpädagogische Berufe (Berufsfachschule) und die private Schule für Erziehungshilfe.
· Die Förderschule Schöner Graben betreut Kinder und Jugendliche mit Lern- und Verhaltungsstörungen. Für Menschen mit Behinderung bestehen im Teilort Rabenhof Betreuungsmöglichkeiten.
Musikschule · Das Alte Rathaus beherbergt seit den 1990er Jahren die Sebastian- von-Drey-Musikschule mit einem Angebot, das den elementaren Bereich als auch den Instrumentalunterricht abdeckt. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, in verschiedenen Ensembles mitzuwirken. Ferner können fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler im Jugendblasorchester, im Streich- bzw. symphonieorchester
Geschichte Frühgeschichte Während der Kelten- und Römerzeit war das Gebiet der heutigen Gemeinde Ellwangen schwach besiedelt. Der Limes, die Nordgrenze des Römischen Reiches, verlief südlich der Kernstadt. Die zweite Spur menschlicher Niederlassungen stammt aus dem fünften Jahrhundert. Damals wurde das Alamannendorf Pfahlheim gegründet, dessen Überreste in Form von Gräberfeldern zu erkennen sind. Im siebten Jahrhundert wurde eine Alemannensiedlung gegründet. Städtische Geschichte Ellwangen entstand im 7. Jahrhundert als eine alemannische Siedlung. Im Grenzwald Virgunna zwischen Franken und Schwaben gründeten Hariolf und Erlolf (Bischof der Französischen Stadt Langres) im Jahr 764 (750?) ein Benediktinerkloster. Erstmals erwähnt 814 in einer Urkunde Kaiser Ludwigs des Frommen. Seit 817 gehörte das Kloster zu den Reichsabteien und zählte zu Beginn des 9. Jahrhunderts über 100 Mönche. Im 12. und 13. Jahrhundert entwickelte sich aus dem Wohnbereich der zum Kloster gehörenden Laien die Stadt, deren Bewohner unter Oberhoheit des Abtes standen. Das Kloster unterstand direkt dem Papst. Seine Äbte waren ab 1215 Reichsfürsten. Vögte waren die Grafen von Oettingen, ab etwa 1370 die Grafen von Württemberg. Historische Ansicht der fürstpröpstlichen Residenz, Schloss ob Ellwangen. Fürstpropstei Ellwangen Nach einer fast 200 Jahre andauernden Phase des Niedergangs wurde das Kloster 1460 in ein weltliches Chorherrenstift umgewandelt. In den Jahren 1588 und 1611 – 1618 wurden etwa 450 Frauen und Männer während der Hexenprozesse in Ellwangen umgebracht. Damit wurde in Ellwangen neben dem Hochstift Bamberg die Hexenverfolgung am intensivsten betrieben. Im Dreißigjährigen Krieg führten Seuchen zu vielen Todesfällen. Ellwangen war der Katholischen Liga beigetreten und leistete hohe finanzielle Beiträge an dieses Bündnis. Die Stadt wurde 1632 von den Schweden besetzt, König Gustav Adolf schenkte Ellwangen seinen Generalstatthalter Graf Kraft von Hohenlohe-Neuenstein. Dieser versuchte über die Ausweisung des Patres, Priester und Stiftsherren und das Verbot des katholischen Gottesdienstes die Reformation durchzusetzen. 1634, drei Tage nach der Schlacht bei Nördlingen, räumte Hohenlohe-Neuenstein Ellwangen. Württembergische Herrschaft Ellwangen 1818, Ansicht von Louis Zadig 1802 wurde das Stift säkularisiert und Ellwangen Württemberg zugeordnet. Der württembergische König wollte Ellwangen zum Sitz eines katholischen Bistums machen; daher erhielt es 1812 ein Generalviktariat und ein Priesterserminar sowie eine kaholisch- theologische Fakultät. Diese Universität Tübingen, das Theologenkonvikt wurde 1817 nach Tübingen, das Priesterseminar nach Tottenburg am Neckar verlegt, das 1821 Sitz des Bistums für Württemberg wurde. Entwicklung im 20. Jahrhundert Ellwangen um 1900 Ellwangen blieb danach eine württembergische Kleinstadt mit Sitz eines Oberamtes, das 1938 aufgelöst wurde. Seither gehörte das Gebiet zum Landkreis Aalen, der bei der Kreiselform 1973 Teil des Ostalbkreises wurde. In den beiden Weltkriegen blieb die historische Altstadt von Ellwangen weitergehend von Zerstörungen verschont. Geschichte der Garnisonsstadt Ellwangen Erste Soldaten in Ellwangen wurden bereits 980 in den Aufzeichnungen des Klosters Ellwangen erwähnt. 1455 stellte Ellwangen 30Mann für einen Krieg gegen die Türken. Graf Ulrich von Württemberg forderte 1460 Soldaten für Feldzüge gegen die Pfalz und Bayern. Von 1705 – 1707 bezog Reiterei der Kreistruppen Quartier im Schloss. In den Koalitionskriegen 1792 bis 1815 kämpften auch die Kontigente der Stadt. Mit der Säkularisation und der württembergischen Regentschaft rückten 1802 württembergische Truppen in die Stadt ein. Ellwangen wurde württembergische Friedensgarnison und erhielt ein Infanteriebataillon. Die Zahl der Soldaten stieg bis 1812 auf 1550 an. Aufgrund des Russlandfeldzuges und der Verlegung von Soldaten an die Front wurde die Garnison 1820 aufgelöst. Neubauten und die Gründung der Mühlberg-Kaserne folgten noch während des Ersten Weltkriegs. Ellwangen wurde zu einem wichtigen Garnisonstandort. Aufgrund des Versailler Vertrags musste die Garnison 1921 aufgelöst werden. Ab 1933 bezog die SS die Kasernengebäude. Nach Kriegsende waren zeitweise Amerikaner in der Kaserne stationiert, bis das Gelände 1956 von der Bundeswehr bezogen wurde. Die Kaserne wurde dabei erheblich erweitert. Heute beherbergt die Stadt eine Garnision der Bundeswehr. Mit 1500 Mann ist sie eine der größten in Württemberg. In Ellwangen hat das Sprachenzentrum der Bundeswehr einen Sitz.
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